miniflux: Feedreader selbstgehostet

miniflux ist eine Webapplikation, welche die Aufgaben von Feed-Aggregator und Feed-Reader übernimmt. miniflux ist in PHP geschrieben und lässt sich so sehr einfach auf einem eigenen Server oder Webspace hosten und hat jetzt bei mir seit kurzer Zeit Fever° abgelöst.

Vor zwei Jahre hatte ich in einem Blogpost beschrieben, dass ich meine RSS-Feeds mit Fever° aggregieren lasse und sie dann mit Reeder (iOS und macOS) lese. Diese Lösung arbeitet bis heute zuverlässig, wenngleich das Feed-Management mit Fever° manchmal etwas umständlich ist. Auch gibt es seit längerer Zeit keine Updates mehr für Fever°, sodass irgendwann sowieso eine Ablösung angestanden hätte.

miniflux

Beim von mir sehr geschätzten Felix Schwenzel las ich letztens, dass er von Fever° auf miniflux gewechselt ist und die Software für ihn zufriedenstellend funktioniert. Sein beschriebener Einsatzbereich deckt sich mit meinem, sodass ich mir miniflux direkt einmal zum Testen installierte. Meine Feed-Abos konnte ich per OPML-Datei in Fever° ex- und in miniflux wieder importieren.

Die hohe Geschwindigkeit war der erste positive Eindruck nach dem Aufrufen von miniflux. Das Webinterface reagiert augenblicklich auf Klicks, man hat zu keiner Zeit das Gefühl auf die Antwort des Servers warten zu müssen. Damit taugt miniflux im Gegensatz zu Fever° auch als webbasierter Feed-Reader. Selbstverständlich bietet miniflux auch ein responsives Interface, welches auf Telefonen, Tablets und Desktop gleichermaßen gut funktioniert. Viele Funktionen lassen sich auch per Tastatur-Shortcuts und Touchscreen-Gesten ausführen.

miniflux bietet weiterhin ein API, oder genauer gesagt, zwei APIs. Eins davon ist kompatibel mit dem API von Fever°, was es ermöglicht, weiterhin Reeder als Feed-Reader zu benutzen. So konnte ich meine Reeder-Instanzen schnell mit den Zugangsdaten von miniflux versorgen und mehr oder weniger nahtlos meine Feed-Abos weiterlesen.

Alles in allem kommt miniflux dem klassischen Google Reader in vielen Belangen ziemlich nahe – sei es das (im Gegensatz zu Fever°) gut nutzbare Webinterface oder die praktischen APIs. Der Wechsel von Fever° fiel mir so alles andere als schwer.

miniflux ist Open Source, das Projekt ist bei Github zu finden. Ich habe dort zwischenzeitlich schon drei kleine Pull-Requests eingereicht, die tatsächlich auch ihren Weg in den Master-Branch gefunden haben :-)

Veröffentlicht von

Marcus Jaschen

Ich bin selbstständiger Webentwickler und Systemadministrator und bin unter anderem für MTB-News.de, Europas größte Mountainbike-Website tätig. Meine freie Zeit verbringe ich mit Radsport und Fotografie.