Luft-Wasser-Wärmepumpe: Wie hoch ist der Verbrauch wirklich?

Motivation

Ich wollte im aktuellen Kontext der Preiserhöhungen für Energie eine halbwegs genaue Abschätzung haben, welchen Stromverbrauch die Luft-Wasser-Wärmepumpe hier im Haus eigentlich hat.

Ausgangslage

Wir haben seit über fünf Jahren eine Wärmepumpe im Haus installiert. Innen- und Außengerät gehören zur Serie „Daikin Altherma“ (wird auch unter der Marke Rotex vertrieben). Die Wärmepumpe läuft nicht über einen separaten Stromzähler, sondern ganz normal über den Hausstrom.

Die Wärmepumpe erhitzt zum einen das Wasser für den Heizkreislauf der Fußbodenheizung, zum anderen das Warmwasser zum Duschen usw.

Im Bedienpanel gibt es Statistiken zum Stromverbrauch und zur Wärmeerzeugung, diese sind aber offensichtlich grob fehlerhaft (die Wartungstechniker hatten bisher auch kein Firmware-Update welches das fixen könnte) und können nicht zur Auswertung herangezogen werden. Es ist auch sonst keine Möglichkeit vorgesehen, den Stromverbrauch der Wärmepumpe zu ermitteln. (Ich werde mir eventuell demnächst einen eigenen 3-Phasen-Zähler für die Wärmepumpe einbauen).

Eine Abschätzung konnte ich aber trotzdem vornehmen.

Lösungsansatz

Ich zeichne seit einer Weile den Stromverbrauch im Haus mit einer Volkszähler-Installation auf. Diese registriert den Stand des Hausstromzählers über die S0-Schnittstelle in regelmäßigen Abständen und schreibt ihn in eine InfluxDB-Datenbank.

Das Ziel ist jetzt, den Overhead abzuschätzen, den die Wärmepumpe für die Heizung aufwenden muss. Hierzu habe ich den gesamten Stromverbrauch eines Jahres mit dem Stromverbrauch außerhalb der Heizperiode verglichen. Über den Vergleich lässt sich der ungefähre Energieeinsatz für die Wärmepumpe in der Heizperiode ermitteln.

Die Zahlen

Wir hatten mit der letzten Jahresabrechnung einen Stromverbrauch von 4.850 kWh. Dieser Wert passt gut in die Reihe der Vorjahre.

Diese 4.850 kWh enthalten sowohl den ganz normalen Stromverbrauch (Herd, Waschmaschine, Kühlschrank, Computer, …) als auch die Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser.

Es ergibt sich ein Tagesdurchschnitt von 13,3 kWh.

Für den Zeitraum außerhalb der Heizperiode haben wir in diesem Jahr pro Tag etwa 8,7 kWh verbraucht.

Hiervon muss noch 1 kWh abgezogen werden – das ist der Wert, den wir ausschließlich im Sommer täglich für den Brunnen aufwenden mussten. Die Differenz zwischen Tagesschnitt gesamt und Tagesschnitt außerhalb der Heizperiode ist also 5,6 kWh (Rechnung: 13,3 kWh - (8,7 kWh - 1 kWh))

Das ist die Energiemenge, welche wir pro Tag (über das gesamte Jahr) für Heizung mit der Wärmepumpe aufwenden mussten.

Aufsummiert sind das 2044 kWh, bei einem Preis von aktuell noch ~0,30 EUR/kWh also gut 610 EUR pro Jahr oder 51 EUR pro Monat.

Die beheizte Fläche ist 144 Quadratmeter – damit kommt man auf einen Energieaufwand von 14,2 kWh/m²/a.

Da die Warmwasserbereitung das ganze Jahr über läuft, lässt sie sich im aktuellen Setup nicht ohne Weiteres herausrechnen. Ich schätze aber, dass hier etwa 1,5 kWh elektrische Energie pro Tag angesetzt werden können. Das entspricht rund 550 kWh pro Jahr.

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