EurKEY – The European Keyboard Layout

Den Link zum EurKEY-Tastaturlayout hatte ich bereits vor einiger Zeit als Bookmark gepostet, muss jetzt aber doch noch mal kurz darauf eingehen.

EurKEY ist ein von Steffen Brüntjen entwickeltes Tastaturlayout, welches sich vieler Probleme vorhandener Belegungen annimmt und quasi ein „Best of“ bietet. Dabei bleibt das Grundlayout der bekannten „QWERT…“-Belegung treu.

Die Belegung der Tasten mit ohne ohne Umschalt-Taste ist erstmal identisch mit dem US-amerikanischen Tastaturlayout. Da ich meine Rechner seit jeher mit US-amerikanischen Keyboards kaufe, änderte sich für mich auf den ersten Blick also nichts. Interessant wird es, sobald die Tasten Alt und Shift+Alt ins Spiel kommen.

Am besten erklärt sich das anhand eines Beispiels: die Eingabe deutscher Umlaute. Mit dem normalen US-Tastaturlayout unter macOS muss man für ein ä erst Alt+u und danach a tippen (vgl. diakritisches Zeichen). Das stört den Schreibfluss erheblich.

EurKEY erleichtert die Eingabe dieser Zeichen deutlich: es reicht hier Alt+a zu drücken, um den Umlaut zu erhalten. Das große Ä wird einfach per Shift+Alt+a erzeugt. Ähnlich einfach kann man die meisten im europäischen Raum benutzten Zeichen eingeben, ein ß etwa wird per Alt+s erzeugt.

Das Eingeben spezieller Zeichen mit den sogenannten Composition Keys (Alt, Shift+Alt) gibt es unter macOS seit jeher – die Logik hinter der Belegung ist mir aber nie klar geworden. Und bis auf eine Handvoll Sonderzeichen konnte ich mir die Tastenbelegung auch nie merken. EurKEY räumt mit dem Chaos auf und belegt die Tasten sinnvoll – sowohl für das Schreiben von Texten als auch für das Programmieren.

Ich empfehle, sich mal mit EurKEY auseinanderzusetzen – ich habe es jedenfalls keine Sekunde bereut.

EurKEY ist für die Plattformen Windows, macOS und Linux erhältlich.

miniflux: Feedreader selbstgehostet

miniflux ist eine Webapplikation, welche die Aufgaben von Feed-Aggregator und Feed-Reader übernimmt. miniflux ist in PHP geschrieben und lässt sich so sehr einfach auf einem eigenen Server oder Webspace hosten und hat jetzt bei mir seit kurzer Zeit Fever° abgelöst.

Vor zwei Jahre hatte ich in einem Blogpost beschrieben, dass ich meine RSS-Feeds mit Fever° aggregieren lasse und sie dann mit Reeder (iOS und macOS) lese. Diese Lösung arbeitet bis heute zuverlässig, wenngleich das Feed-Management mit Fever° manchmal etwas umständlich ist. Auch gibt es seit längerer Zeit keine Updates mehr für Fever°, sodass irgendwann sowieso eine Ablösung angestanden hätte.

miniflux

Beim von mir sehr geschätzten Felix Schwenzel las ich letztens, dass er von Fever° auf miniflux gewechselt ist und die Software für ihn zufriedenstellend funktioniert. Sein beschriebener Einsatzbereich deckt sich mit meinem, sodass ich mir miniflux direkt einmal zum Testen installierte. Meine Feed-Abos konnte ich per OPML-Datei in Fever° ex- und in miniflux wieder importieren.

Die hohe Geschwindigkeit war der erste positive Eindruck nach dem Aufrufen von miniflux. Das Webinterface reagiert augenblicklich auf Klicks, man hat zu keiner Zeit das Gefühl auf die Antwort des Servers warten zu müssen. Damit taugt miniflux im Gegensatz zu Fever° auch als webbasierter Feed-Reader. Selbstverständlich bietet miniflux auch ein responsives Interface, welches auf Telefonen, Tablets und Desktop gleichermaßen gut funktioniert. Viele Funktionen lassen sich auch per Tastatur-Shortcuts und Touchscreen-Gesten ausführen.

miniflux bietet weiterhin ein API, oder genauer gesagt, zwei APIs. Eins davon ist kompatibel mit dem API von Fever°, was es ermöglicht, weiterhin Reeder als Feed-Reader zu benutzen. So konnte ich meine Reeder-Instanzen schnell mit den Zugangsdaten von miniflux versorgen und mehr oder weniger nahtlos meine Feed-Abos weiterlesen.

Alles in allem kommt miniflux dem klassischen Google Reader in vielen Belangen ziemlich nahe – sei es das (im Gegensatz zu Fever°) gut nutzbare Webinterface oder die praktischen APIs. Der Wechsel von Fever° fiel mir so alles andere als schwer.

miniflux ist Open Source, das Projekt ist bei Github zu finden. Ich habe dort zwischenzeitlich schon drei kleine Pull-Requests eingereicht, die tatsächlich auch ihren Weg in den Master-Branch gefunden haben :-)

VW Touran 1.6 FSI: Benzinverbrauch über sieben Jahre

In einer Großstadt wie hier in Berlin gehört ein Auto definitiv zum weniger sinnvollen Besitzstand. Sofern man seinen Arbeitsalltag ebenfalls innerhalb der Stadtgrenzen verbringt, gibt meiner Meinung nach keinen validen Grund, das Kraftfahrzeug für das tägliche Hin und Her zu benutzen. Wenn dann zusätzlich der ÖPNV in einer Haltestellen- und Taktdichte wie in Berlin zur Verfügung steht, gehen einem auch die letzten Argumente für das Fahren im motorisierten Individualverkehr aus. Mal abgesehen davon, dass es ja auch andere Transportmittel wie z. B. das Fahrrad gibt.

Trotzdem gehört hier zum Haushalt seit nunmehr über sieben Jahren ein VW Touran der ersten Generation mit 1.6 FSI-Motor (85 kW) und 6-Gang-Schaltgetriebe. Tatsächlich wird das Fahrzeug auch hin und wieder bewegt. Meist handelt es sich Touren welche die Stadtgrenzen deutlich hinter sich lassen. Diese wechseln sich ab mit Zeiten längeren Stillstands – im Winter war durchaus auch schon mal die Batterie leer nachdem das Auto mal wieder einige Wochen Wurzeln geschlagen hat.

Ich habe seit der ersten Tankfüllung Buch geführt und Datum, Kilometerstand, Benzinmenge und Preis notiert. Die iOS-App FillPro (auf Deutsch eingestellten Geräten heißt sie TankPro) leistet hier bis heute gute Dienste, auch wenn sie seit Anfang 2015 schon nicht mehr im App Store zu finden ist.

Ich habe letztens mal die Daten aus FillPro exportiert und in ein Numbers-Spreadsheet übernommen. Nachfolgend habe ich meine Erkenntnisse kurz zusammengefasst.

Seit Juli 2009 hat der Touran 142 Tankfüllungen bekommen, dabei wurden 5.602,44 Liter Super getankt.

Insgesamt hat der Spaß 8.210,52 Euro gekostet, was einen durchschnittlichen Preis von 1,46 Euro pro Liter Super ergibt.

Mit dieser Benzinmenge ist das Auto bisher 71.165 Kilometer gefahren – das entspricht einem durchschnittlichen Verbrauch von 7,8 Liter pro 100 Kilometer. Die Verbrauchswerte schwanken relativ stark zwischen 5,74 Liter pro 100 Kilometer und 10,11 Liter pro 100 Kilometer. Den Haupteinfluss hat hierbei der Fahrer. Ich selbst habe es fast nie geschafft, über 9 Liter pro 100 Kilometer zu verbrauchen. Sobald das Auto aber mal verliehen war, sprangen die Werte fast immer deutlich nach oben.

2016 ist übrigens bisher das preiswerteste Jahr für die Benzinbeschaffung: 1,29 Euro kostete der Liter Super durchschnittlich. 2012 war mit 1,64 Euro pro Liter deutlich teurer. Die Extremwerte einzelner Tankfüllungen liegen bei 1,73 Euro pro Liter und 1,18 Euro pro Liter.

Nachfolgend habe ich noch mal alle 142 Tankfüllungen in zwei Diagramme komprimiert. Zu sehen sind die Entwicklung des Benzinpreises und des durchschnittlichen Verbrauchs:

Benzinpreis

Verbrauch

Akkutausch am iPhone 6

Nach zwei Jahren und rund 650 Ladezyklen ließ mich der Akku meines iPhone 6 in letzter Zeit immer öfter im Stich. Das Telefon verlangte zuletzt bereits um die Mittagszeit das Ladekabel. Nicht selten musste der Akku am Abend ein weiteres Mal aufgeladen werden, damit ich für die Zeit bis zur Nachtruhe ein funktionierendes Telefon zur Verfügung hatte.

Ich habe mir dann bei iFixIt kurz die Anleitung zum Aus- und Einbau der iPhone-Batterien angeschaut und als für mich machbar eingestuft. Praktisch: eine neue Batterie kann man direkt im Online-Shop von iFixIt kaufen. Da ich vor einer Weile beim Wechsel der Batterie meines iPhone 5 bereits gute Erfahrungen mit dem iFixIt-Store gemacht hatte, bestellte ich auch den Akku für das iPhone 6 dort. Keine 24 Stunden später kam das Paket und ich konnte loslegen.

Der Akku ist im iPhone 6 verklebt, was den Wechsel etwas fummeliger macht, als noch beim iPhone 5. Mit Geduld (!) bekommt man die Klebestreifen aber sauber herausgezogen – ohne dass sie reißen. Der Griff zum Fön blieb mir daher zum Glück erspart.

Akku iPhone 6
Der neue Akku wird zum ersten Mal geladen

Ein paar Minuten später war dann auch der neue Akku eingebaut und das Telefon wieder zusammengesetzt – die bebilderten Anleitungen von iFixIt sind hier echt Gold wert!

Fazit: Wer in der Lage ist, einen kleinen Schraubendreher ruhig zu halten und richtig herum zu drehen, kann beim Akku-Tausch eine Menge Geld sparen.

Apple oder offizielle Service-Partner rufen 100 Euro für den Batterie-Wechsel auf, der Akku bei iFixIt kostet dagegen nur 35 Euro bzw. 40 Euro wenn man das Set inklusive der passenden Werkzeuge bestellt. Es bleiben 60 Euro oder sogar 65 Euro übrig, die man für andere Dinge ausgeben kann.

Update 2016-09-28: Nach anderthalb Wochen kann ich sagen, dass sich der Tausch gelohnt hat. Das Telefon muss jetzt im Laufe des Tages nicht mehr nachgeladen werden, sondern hat genug Akkuladung um problemlos über den ganzen Tag zu kommen. Mittags zeigt der Ladebalken oft noch um die 70 % an und erst spätabends kommt dann hin und wieder die Warnung, dass der Akku unter 20 % geladen ist.

Über Arschlochautofahrer in und um Berlin

Ich habe gestern nach Feierabend das gute Wetter genutzt und mich noch mal für rund 120 Kilometer auf’s Rennrad gesetzt. Meine kleine Feierabendrunde führte mich Richtung Flughafen Schönefeld aus Berlin heraus, ich fuhr dann durch den Landkreis Dahme-Spreewald und den Landkreis Oder-Spree wieder zurück nach Berlin-Köpenick.

Die meisten Touren in dieser Saison führten mich abseits von befahrenen Straßen entlang und ich war den größten Teil der gefahrenen Kilometer auf dem Cyclocross-Rad unterwegs. Der Grund ist, dass man als Teilnehmer des Berliner Straßenverkehrs ganz einfach Freiwild ist oder als solches angesehen wird, sobald man auf dem Fahrrad unterwegs ist. Daher meide ich die Straßen und ziehe ich es normalerweise vor, durch Wälder und über Felder zu fahren. Mein Rennrad habe ich aus diesem Grund überhaupt erst letzte Woche für dieses Jahr fahrtüchtig gemacht.

Gestern durfte ich dann eine ganz erstaunliche Erfahrung machen: die Autofahrer und Autofahrerinnen benehmen sich mitnichten überall so asozial wie in Berlin. Schon kurz hinter der Stadtgrenze wurde ich nahezu ausschließlich mit reichlich seitlichem Abstand überholt, es hupte mich niemand an, weil ich seiner/ihrer Meinung nach zu weit auf der Straße fuhr – und das alles zu einer Tageszeit wo die Leute von ihren Jobs nach Hause fahren und Besseres zu tun haben dürften, als unnötig viel Zeit auf der Straße zu vergeuden.

Das war alles ziemlich beeindruckend.

Es gab natürlich eine Hand voll Ausreißer, die dann doch mal mit 100 km/h bei einem Seitenabstand von 50 cm überholen mussten. Das Erstaunliche daran: das Kennzeichen begann bei allen (!) betreffenden Autos mit einem »B«.

Kann sich jetzt jeder seinen Reim drauf machen. Ich finde es jedenfalls gut, dass man als Radfahrer nicht überall als Verkehrshindernis gilt (oder es einem zumindest nicht permanent aggressiv unter die Nase gerieben wird).

tl;dr Arschlochautofahrer scheinen insbesondere ein Berliner Problem zu sein. In den Landkreisen vor den Toren der Hauptstadt ist man als Rennradfahrer anscheinend deutlich entspannter unterwegs.

HandBrake CLI-Settings für DVD-Rips

Der Bequemlichkeit wegen konvertiere ich meine gekauften DVDs (ja tatsächlich, ich kaufe noch DVDs …) mit HandBrakeCLI in MPEG4-Dateien, welche einen x.264 Videostream sowie die AAC-Audio-Streams enthalten.

Da ich mir immer mal wieder die passenden Optionen für HandBrakeCLI in der Dokumention zusammensuchen musste, schreibe ich sie an dieser Stelle nieder, eventuell sind sie ja auch für die Allgemeinheit von Nutzen.

HandBrakeCLI \
--input '/pool/scratch/DVD.dvdmedia' \
--output '/pool/scratch/Movie.m4v' \
--format av_mp4 \
--title 3 \
--optimize \
--encoder x264 \
--encoder-tune film \
--encoder-level 3.1 \
--encoder-preset slow \
--two-pass \
--quality 18 \
--vfr \
--audio 1,2 \
--aname English,German \
--aencoder fdk_aac \
--ab 128 \
--markers

Anzupassen sind die Optionen --input und --output und --title. Je nach Wunsch und DVD müssen die Nummern --audio und Namen --aname der Audiotracks auch geändert werden. Das Command Line-Programm von Mediainfo hilft bei der Auswahl der passenden Audiotracks. Mit dem Wert für die Option --quality kann man auch etwas herumspielen, für mich passt 18 in den meisten Fällen; ein normaler 1,5 Stunden-Spielfilm mit zwei Tonspuren wird so etwa ein Gigabyte groß (mit dem Wert 20 geht die Größe herunter auf circa 700 Megabyte; die Werte hängen aber relativ stark vom Filmmaterial ab).

GoPro Hero4 Silver – Stromverbrauch bei USB-Stromversorgung

Für Timelapse-Aufnahmen betreibe ich meine GoPro Hero4 Silver mit einem externen Akku, der per USB mit der GoPro verbunden ist. Die mögliche Aufnahmezeit lässt sich so leicht vervielfachen – der interne Akku hält je nach Aufnahmemodus gerade mal eine Stunde durch. Wie lange man die Kamera betreiben kann hängt von ihrem Stromverbrauch und der Kapazität der externen Batterie ab.

Ich habe einen USB-Verbrauchsmesser zwischen Akku und GoPro geschaltet und für verschiedene Betriebsmodi die Stromaufnahme gemessen. Dabei habe für jeden Wert fünf Messungen gemacht, um den Einfluss von Ausreißern in den Messungen zu verringern.

Modus Leistung (W)
Wifi aus
Leistung (W)
Wifi an
Aus 0,00 0,20
Standby 1,07 1,51
Video 1080/60 Wide 2,62 2,58
Video 1080/30 Wide 2,28 2,17
Video 1080/60 Superview 2,50 2,64
Video 4k/15 2,02 1,99
Video 2.7k/30 2,68 2,52
Video 720/120 Wide 2,60 2,48
Video 720/60 Wide 2,37 2,28
Video 720/30 Wide 2,15 2,19
Video 720/100 Superview 2,17 2,28
Video 720/60 Superview 2,12 2,20
Timelapse Video 4k, 2 sek 1,64 1,64
Timelapse Video 2.7k, 2 sek 1,77 1,70
Timelapse Photo 12MP Wide, 2 sek 1,49 1,55
Timelapse Photo 7MP Wide, 2 sek 1,44 1,50
Timelapse Photo 7MP Medium, 2 sek 1,60 1,49
Night Timelapse Photo 12MP Wide, 10 sek 1,57 1,52
Night Timelapse Photo 7MP Wide, 10 sek 1,47 1,49
Night Timelapse Photo 7MP Medium, 10 sek 1,47 1,49

In ein Diagramm gezeichnet sieht das dann so aus:

Leistungsaufnahme GoPro Hero4 Silver

Sofort erkennbar ist, dass der Stromverbrauch mit aktiviertem Wifi während der Aufnahme sich kaum von dem mit nicht aktivem Wifi unterscheidet. Im Standby-Modus und im ausgeschalteten Zustand ist die Leistungsaufnahme mit aktiviertem Wifi deutlicher sichtbar. Ein merklicher Unterschied besteht auch zwischen Videoaufnahmen und Foto-Serien, was aber zu erwarten war.

Die maximale Laufzeit einer Timelapse-Aufnahme lässt sich mit den vorliegenden Daten einfach ausrechnen, sofern man die Kapazität der externen Batterie kennt.

Nachfolgend eine Beispielrechnung für eine „Night Lapse“-Aufnahme mit extern angeschlossener „USB Power Bank“:

Die Messung der Leistungsaufnahme an der GoPro Hero4 Silver ergibt bei einer Betriebsspannung von 5 Volt (V) einen Wert von etwa 1,5 Watt (W) – dies enspricht einer Stromstärke von 1,5 W / 5 V = 0,3 Ampere (A). Für eine Feld-, Wald- und Wiesen-Power Bank mit 10.000 Milliamperestunden (mAh) würde man so eine Laufzeit von 10 Ah / 0,3 A = 33,3 h erwarten.

In der Realität erreicht man diese Werte nicht. Die Ladung der USB-Power Banks ist nämlich meist nicht für die 5 Volt am USB-Ausgang angegeben, sondern für die Zellenspannung von (in diesem Fall) 3,6 Volt. Außerdem gibt es Verluste bei der Spannungswandlung in der Power Bank, welche die tatsächlich entnehmbare Ladung noch mal verringert (und einige weitere Faktoren).

Ich habe mir mal den Spaß gemacht, eine mit 10.000 mAh gelabelte Power Bank zu öffnen. Darin befanden sich drei Lithium-Ionen-Zellen mit je 3,6 Volt Spannung und typischerweise 3.350 mAh Ladung (Herstellerangabe für Zelle Panasonic NCR18650B, PDF-Datenblatt, Test-Messungen). Die 3.350 mAh multipliziert mit der Anzahl der Zellen ergeben 10.050 mAh – was ziemlich genau der angegebenen Ladung entspricht – nur eben bei der Zellenspannung von 3,6 Volt und nicht bei der Ausgangsspannung von 5 Volt. Eine bessere Einheit wäre hier die gespeicherte Energie in Wattstunden (Wh).

Für die Power Bank aus dem Beispiel steht aus den Zellen eine Energie von 3 ⨉ 3,6 V ⨉ 3,350 Ah = 36,18 Wh zur Verfügung. Diese 36,18 Wattstunden rechnen sich bei 5 Volt in 36,18 Wh / 5 V = 7.236 mAh um – gerade mal rund 72 % des angegebenen Wertes der Power Bank. Zieht man jetzt noch mal 5 % Verluste (geschätzt) durch den Spannungswandler ab, hat man nur noch 6.874 mAh zur Verfügung und die GoPro würde jetzt noch rund 23 Stunden statt den ursprünglich ausgerechneten rund 33 Stunden durchhalten.

In der Praxis wird die Batterie noch früher entladen sein, da es noch weitere Faktoren gibt, die die einen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der Akkus haben. Als Beispiel sei die Umgebungstemperatur genannt – Lithium-Ionen-Akkus tun sich bei niedrigen Temperaturen schwer, ihre volle Leistung zu bringen. Im oben verlinkten Datenblatt kann man das sehr gut erkennen.

Ehrliche Hersteller geben übrigens die gespeicherte Energie ihrer Akkus auch gleich in Wattstunden an.

Neues Spielzeug ausprobiert: Night Timelapse mit der GoPro

Zuletzt hat eine GoPro Hero 4 Silver den Weg zu mir gefunden. Nach den anfänglichen Spielereien wie der (erstmaligen) Verfilmung des Sommerurlaubs, Montage an diversen Fahrrädern usw., schaute ich mir die Funktionen der GoPro noch einmal genauer an. Neben dem Aufzeichnen von Videos und dem Schießen von Fotos bietet die GoPro außerdem verschiedene „Timelapse“-Modi um Zeitraffer-Aufnahmen zu erstellen.

Als ich letztens zufällig außerhalb von Berlin übernachtete, stellte ich die GoPro in den Garten und richtete sie auf den Nachthimmel. Als Aufnahmemodus stellte ich „Night Timelapse“ ein. Die GoPro schießt dann fortlaufend Fotos mit der vorgewählten Belichtungszeit (hier: zehn Sekunden).

Die Bilder lassen sich dann z. B. mit ffmpeg, Time Lapse Assembler oder ähnlichen Tools am Rechner in ein Video verwandeln. Das sieht dann im Ergebnis so aus:

Moonrise Timelapse auf Vimeo.

Für den ersten Versuch bin ich recht zufrieden. Nächstes Mal bekommt die GoPro dann eine externe Stromversorgung, damit sie nicht wieder schlapp macht, wenn’s gerade spannend wird (wie hier beim Mondaufgang). Außerdem vertragen die Einzelbilder durchaus eine höhere Belichtungszeit um mehr vom Sternenhimmel sichtbar zu machen. Das nächste Experiment wird es zeigen.

PHP-Entwicklung: Full-blown IDE vs. Text-Editor

Das Entwickeln von PHP-Applikationen ist die Tätigkeit, mit welcher ich die meiste Zeit des Tages beschäftigt bin. Das ist Grund genug, ständig nach Dingen zu suchen, die mir diese Arbeit erleichtern.

Das zentrale Tool für die Entwicklung ist dabei das Programm, in welchem ich Code eingebe, ändere, suche, ersetze, verwalte und vieles mehr. Gerade hier ist über die Jahre eine Menge passiert, vieles aber doch gleich geblieben. Anfangs – noch als Windows-Nutzer – habe ich Editoren wie z. B. SciTe, Notepad++, UltraEdit o. Ä. zum Coden benutzt. Da er bei der Arbeit auf Servern zu den wichtigsten Tools gehörte und allgegenwärtig war, lernte ich später auch Vim und nutzte ihn dann in der grafischen Version GVim als meinen primären PHP-Editor.

Mit dem Umstieg auf OS X rutschte Vim als Alltagseditor etwas aus dem Fokus, was auch daran lag, dass es damals noch keine anständige Umsetzung für den Mac gab (diese wurde dann in Form von MacVim um 2007 oder 2008 veröffentlicht). Zwischenzeitlich wechselte ich – wie vermutlich fast jeder zu dieser Zeit – auf TextMate, welcher mit seinen Plugins (im TextMate-Sprech Bundles genannt) unfassbar leistungsfähig war.

Hin und wieder wagte ich den Blick über den Tellerrand und schaute mir integrierte Entwicklungsumgebungen mit PHP-Support an. Es gab zwar durchaus einige (mir fallen spontan NetBeans, Komodo, Eclipse PDT und Zend Studio ein) aber nichts konnte mich überzeugen. Ich ließ mir aber ein fertig konfiguriertes NetBeans liegen, welches ich zum Step-by-Step Debuggen nutzte – das war das einzige wichtige Feature, das mir TextMate nicht bieten konnte.

Die IDE-Welt wurde dann mit dem Erscheinen von JetBrains PhpStorm hart durchgerüttelt. PhpStorm wuchs gerade in den letzten beiden Jahren zum defacto-Standard der PHP-IDEs heran. Nach und nach verlagerte ich meine PHP-Entwicklung auch komplett nach PhpStorm. JetBrains legt in einer unglaublichen Geschwindigkeit neue Features nach, auch die Unterstützung neuer PHP-Versionen und Tools wie Composer ließen nie lange auf sich warten.

Auch ein Grund, mit dem mich JetBrains überzeugen konnte, jedes Jahr etwas Geld auszugeben um die Lizenz zu verlängern, war der Umstand, dass PhpStorm für eine riesige Java-Desktop-Applikation ausreichend schnell war.

Leider hat sich das zuletzt geändert. Auch auf neuen Rechnern fühlt sich PhpStorm nicht mehr flüssig an, es ruckelt mittlerweile an allen Ecken und Enden. Dieser Umstand führte in letzter Zeit dazu, dass ich wieder öfter zum Text-Editor greife, statt PhpStorm zu booten.

Zum Glück ist der Markt der Text-Editoren lebendig wie nie zuvor. TextMate kommt seit einiger Zeit in Version 2 (Beta) daher und ist immer noch wunderbar zum Entwickeln von PHP-Applikationen mit allem was dazu gehört geeignet. Github hat mit Atom einen nagelneuen Editor entwickelt, auch wenn dieser konstruktionsbedingt (basiert auf dem Chromium-Browser) ein paar Nachteile hat. Seit einigen Jahren ist allerdings Sublime Text der Platzhirsch der Code-Editoren. Sublime Text bietet wie auch TextMate Unterstützung für Plugins und kann so auf den eigenen Bedarf angepasst werden und ist auch bei großen Projekten unfassbar schnell. Grund genug, dass ich seit einiger Zeit vermehrt Sublime Text als Editor statt PhpStorm zum Entwickeln nutze.

Gerade zuletzt musste ich sehr viele kleinere Änderungen in vielen Projekten in kurzer Zeit durchführen – die Geschwindigkeit von Sublime Text (in allen Belangen: Projekte öffnen, suchen über das gesamte Projekt, ersetzen usw.) hat das alles überhaupt erst erträglich gemacht.

Alles in allem ist es interessant zu sehen, wie sich der Kreis schließt und schlussendlich doch wieder der einfache Text-Editor das Tool meiner Wahl wird wenn es ums Coden geht.