Das eigene Sägewerk

Wer gerne Dinge aus Holz baut, benötigt neben einer Menge Werkzeuge natürlich auch nicht unerhebliche Mengen an – genau – Holz. Dieses lässt sich ganz normal im Handel kaufen oder deutlich günstiger aus privaten Quellen beziehen.

Im Frühjahr bekam ich Zugriff auf zwei Stammsegmente Walnuss, welches ich mit einem Bekannten in dessem mobilen Sägewerk in Bohlen gesägt habe. Vor kurzem bekam ich zwei Stammsegmente einer Schwarzerle in die Finger und stand erneut vor der Aufgabe, diese in Bretter und Bohlen zu sägen.

Stihl MS 660 auf Logosol-Sägewerk

Um nicht erneut die Freizeit des Bekannten in Anspruch nehmen zu müssen, habe ich mir kurzerhand selbst ein Mini-Sägewerk zugelegt.

Frisch gesägte Walnussbohlen

Sägewerk und Kettensäge – die Recherche

Ausgehend von dem was ich wusste – was nicht viel mehr war, als dass mein Bekannter ein Kettensägewerk von Logosol (Logosol F2) zusammen mit einer großen Stihl-Kettensäge besitzt und er damit alle halbwegs bewegbaren Stämme in Bohlen zersägt bekommt.

Da die Art Sägewerk für mich zu groß ist (was auch für alle Bandsägewerke gilt), begann ich meine Recherche nach einer kompakteren Möglichkeit. Ebay ist wie so oft ein guter Einstiegspunkt – hier gibt’s von direkt aus China geliefertem Billigzeug bis zu Markenprodukten meist das komplette Produkt-Spektrum zu bewundern.

Die Suche führte schließlich zu  zwei Produkten für die engere Auswahl:

Die zweite Variante bietet eine größere Abstützung – es sollte damit leichter sein, wirklich parallele Schnitte durchzuführen. Auf der anderen Seite schien diese Art Führung etwas komplizierter in Montage und Einstellung zu sein.

Ich wagte es und bestellte mir eine solche No-Name-Sägeführung in 36″ (~90 cm) Breite. Das sollte für alle Stämme reichen auf die ich mittelfristig Zugriff haben werde (notfalls gibt es diese Konstruktion auch noch bis 1,20 m (48″) Breite; darüber hinaus ist ein Eigenbau auch nicht kompliziert).

Nun fehlte nur noch eine Kettensäge. Die vorliegenden Stämme waren gut 40 cm stark, eine Säge mit einer Führungsschiene von mindestens 50 cm Länge musste also her. Ich wollte hier nicht zu viel Geld ausgeben, um erstmal Erfahrungen zu sammeln. Im Billigsägen-Segment gibt es eine riesige Auswahl im Bereich 30 cm bis 40 cm Schienenlänge. Will man mehr, kann man die verfügbaren Sägen buchstäblich an einer Hand abzählen.

Ich kaufte schließlich für 100 Euro eine Scheppach CSH56 mit 50 cm Führungsschiene und etwas Zubehör (Kettenöl, 2-Takt-Öl, Kanister, Sicherheitsausrüstung). Damit hatte ich dann alles zusammen um die ersten Stämme in Bohlen zu verwandeln.

Die ersten Schnitte

Die Vorbereitung ging schnell: Sägeführung zusammenschrauben, Länge passend zur Führungsschiene einstellen, Kettensäge einspannen (den Krallenanschlag musste ich demontieren um noch mal 2 cm an Sägebreite zu gewinnen – die 50er Schiene reichte gerade so aus).

Für den ersten Schnitt benötigt man noch eine Führung um die Säge in einer Ebene durch den Stamm zu führen, hier kann man eine Aluminiumleiter nehmen oder sich aus zwei Vierkanthölzern schnell selbst ein passendes Gestell bauen. Die beim Abnehmen der Bohlen entstehenden Schnittflächen im Stamm dienen dann jeweils dem nächsten Schnitt als Anschlag für die Sägeführung.

Selbstgebaute Führung für den ersten Schnitt. Die Führung wird an den Stamm geschraubt, dabei ist es ratsam darauf zu achten, dass diese parallel zur Stammmitte verläuft und sich nicht verwindet.
Die große Makita ist bereit für den ersten Schnitt

Es wäre übertrieben zu sagen, dass die Scheppach-Säge leicht durch das Holz ging, aber zumindest funktionierte es. Immerhin rund 2,5 m bis 3 m weit. Danach begann die Säge wild zu qualmen und ging aus. Sie ließ sich danach nicht mehr in Betrieb nehmen.

Es war ja klar: Ich predige ständig, dass bei Werkzeugen nicht gespart werden darf (niemals!) und tappe natürlich sofort selbst in die Falle. Zu recht.

Die nächste Bestellung war dann eine richtige™ Kettensäge: Makita EA7900 (baugleich Dolmar PS7910), 4,3 kW Leistung, 60 cm Führungsschiene, Made in Germany.

Drei Tage später ging es weiter – die Stämme waren in kürzester Zeit und ohne große Anstrengung in Bohlen und Bretter verwandelt.

Die erste Scheibe ist entfernt, ab sofort dient die jeweils vorherige Schnittfläche als Parallelführung.

Zwischenzeitlich hatte ich noch Bedarf an einer Führungsschiene in 90 cm Länge und habe mir diese samt zwei Ketten zugelegt.

Walnuss-Gabelung
Übrig bleiben ein paar kleine Bohlen und zwei große Müllsäcke voller Sägespäne.

Gesammelte Erfahrungen

  • Bei Werkzeug wird auch weiterhin nicht gespart.
  • Gleichmäßiges Schieben der Führung durch den Stamm (auch wenn es bei Hartholz recht anstrengend ist) sorgt für verhältnismäßig saubere Schnitte, Hin- und Herhebeln der Säge sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Mit genügend Motorleistung und einer scharfen Kette klappt das aber.
  • Schnitt durch Keile offenhalten um ein Einklemmen der Säge (gerade zum Ende des Schnitts) zu verhindern
  • Eine Halbmeißelkette funktionierte gefühlt etwas besser als eine Vollmeißelkette auch wenn ich das anders erwartet hätte.
  • Wenn man die Stirnholzenden schon einen Tag vor dem Schneiden mit Anchorseal behandelt spart man sich hinterher eine Menge Arbeit. Der Aufwand, das Stirnholz der Bohlen einzeln einzupinseln ist deutlich höher als die Gesamtfläche komplett am Stück zu behandeln.
  • Sicherheitsutensilien anlegen:
    • Forsthelm (alternativ Schutzbrille + Gehörschutz)
    • Schnittschutzhandschuhe
    • Schnittschutzhose
    • Sicherheitsschuhe
  • Bei Werkzeug wird auch weiterhin nicht gespart!

Corona-Tracker mit urlwatch

Die Kreisverwaltung hier im Landkreis Dahme-Spreewald veröffentlicht täglich Zahlen zur aktuellen COVID-19-Pandemie.

Leider hat man es dort bis heute nicht geschafft, historische Daten zur Verfügung zu stellen – wer sich also einfach nur den zeitlichen Verlauf der Neuinfektionen anschauen möchte kommt hier nicht weiter.

Und über die Darstellungsform (Accessibility!) der Informationen in der „Infografik“ oben reden wir an dieser Stelle erstmal noch nicht:

„Infografik”

Weiter unten gibt es eine HTML-Tabelle mit den täglichen Key Facts zum COVID-19-Status im Landkreis:

HTML-Tabelle mit den täglichen Key Facts zu COVID-19 im Landkreis.

Da ich gerne wissen möchte, wie die Pandemie hier regional verläuft, habe ich angefangen, die Werte der Tabelle in einem Spreadsheet zu notieren. Manuelle Datensammlung ist aufwändig und fehleranfällig, so habe ich anfangs hier und da mal einen Tag vergessen.

Der naheliegnde, nächste Schritt ist dann ein automatischer Abruf der Daten. Hierzu habe ich folgende Anforderungen notiert:

  • regelmäßiger Abruf der Info-Seite
  • Extraktion der Werte aus der HTML-Tabelle
  • Vergleich der Werte mit dem vorherigen Abruf, Änderungen in diesem Fall dokumentieren

Eine kurze Recherche brachte mich zum Tool urlwatch. Dieses erledigt jeden einzelnen Punkt meiner Anforderungsliste ohne weitere Anpassungen.

urlwatch ist in Python geschrieben und kommt mit vielen Plugins, u. A. um einen DOM-Node zu extrahieren (brauchte ich), HTML-Markup in Plain-Text zu verwandeln (brauchte ich) und das Ergebnis bei einer Änderung abzulegen (brauchte ich).

Sobald urlwatch eine Änderung an den Werten der Tabelle bemerkt, schickt es eine E-Mail an mich – welche ich dann in das Spreadsheet übertrage (aktuell noch manuell, urlwatch kann aber die Ausgabe auch in ein Shell-Skript pipen, womit sich z. B. automatisch eine Datenbank füttern lässt oder die Infos schlicht als CSV weggeschrieben werden können).

E-Mail von urlwatch bei einer Änderung

Um dem ganzen Hassle mit dem Setup einer Python-Umgebung aus dem Weg zu gehen, habe ich mir schließlich einfach ein existierendes (aber nicht offizielles) Docker-Image genommen und dieses für mich angepasst: urlwatch wird darin nicht mehr als root ausgeführt, sondern läuft unter einem eigenen, nicht privilegierten User.

Das Image wird als Compose-Service genutzt und läuft seit einigen Wochen völlig problemlos und fehlerfrei.

Wer will schaut sich den Source hier an: urlwatch-docker.

Trailpflege

Es gibt so Dinge die immer wieder nerven, z. B. Bäume die auf dem Weg liegen und über die man das Bike bei jeder einzelnen Begegnung tragen muss. Der Taschenbiber sorgt in diesen Fällen für Abhilfe.

Das Splintholz der Eiche fiel fast von allein ab, das Kernholz ist dagegen immer noch so hart, dass es für eine Menge Schweiß beim Sägen sorgt.