HTML-Directory-Listing mit tree

Die meisten Webserver bringen eine Funktion mit, welche Directory-Listings dynamisch erzeugen und als HTML ausgeben kann.

Manchmal ist es aber nicht möglich, das eingebaute Feature des Webservers zu nutzen und man benötigt einen anderen Weg, um schnell eine Liste der Dateien in HTML auszugeben.

tree hilft in diesem Fall weiter – es hat nämlich neben der Ausgabe eines Plain-Text-Directory-Listings auch die Möglichkeit, das Listing als HTML zu rendern.

tree ist bei allen wichtigen Linux-Distribution verfügbar, auf macOS kann man es einfach per Homebrew installieren.

Ich habe es benutzt, um eine Liste von Bildern in einem Verzeichnis zu erstellen:

tree -H '.' -L 1 --noreport --charset utf-8 > index.html

Alle Optionen sind in der Manpage von tree ausführlich erklärt. Obiger Befehl erzeugt folgende HTML-Ausgabe:

Falschparken in Dänemark – Parkticket bezahlen oder nicht?

Vom letzten Besuch in Dänemark habe ich nicht nur einige tolle Erinnerungen mitgebracht, sondern auch einen Strafzettel, welcher eines Tages hinter dem Wischerblatt klemmte.

Auf einem Parkplatz in Nykøbing/Sjælland (exakte Parkposition) bestand Pflicht zu einer Parkscheibe, welche ich allerdings zufällig nicht dabei hatte. Ein kurzer Besuch im Café nebenan war jedenfalls nicht kurz genug – nach wenigen Minuten wurde jemand mit entsprechenden Berechtigungen auf mein Fehlverhalten aufmerksam und dokumentierte das Falschparken.

Sportliche 510 Kronen (68,40 Euro bei heutigem Kurs) wollte Parkeringskontrol Nord von mir haben, ohne mir jedoch mitzuteilen, wie ich mein Geld loswerden könne. Weder eine IBAN noch sonstige Informationen über einen Zahlungsempfänger waren für mich mit meinen nicht existenten Dänisch-Kenntnissen auf dem Papier zu entdecken.

Eine kurze Recherche im Internet brachte auch keine brauchbaren Erkenntnisse zu Tage. Die Erwähnung, dass man das Geld eventuell an Post- oder Bankschaltern loswerden könne war der einzige Hinweis, der irgendwie brauchbar erschien.

Da ich aber Urlaub hatte und mich nicht mit der Suche nach einer Bank- oder Postfiliale beschäftigen wollte, legte ich den Zettel zur Seite und kümmerte mich wieder um die schönen Dinge im Leben.

Heute, 7,5 Wochen später trudelte Post aus Malmö (richtig, das liegt in Schweden und nicht in Dänemark) ins Haus. Inhalt des Briefumschlags war eine Zahlungsaufforderung für die begangene Ordnungswidrigkeit in Höhe von 71,79 Euro, zahlbar an die Firma Euro Parking Collection plc.

Der Brief ist auf den 20. September 2018 datiert, die Brieflaufzeit von Malmö nach Deutschland betrug in diesem Fall also 11 Tage. Als Zahlungsziel ist der 5. Oktober 2018 angegeben (14 Tage ab Briefdatum).

In Anbetracht der Tatsache, dass hier nur 3,39 Euro Gebühren zum eigentlichen Bußgeld addiert werden, kann man sich im Falle des Falles doch zurücklehnen, seinen Urlaub genießen und entspannt auf Post aus Malmö warten. Für 3,39 Euro Ersparnis würde ich mich jedenfalls nicht auf eine Suche nach einer Bankfiliale im ländlichen Dänemark machen um das Bußgeld direkt vor Ort zu bezahlen.

Schöner Hack: Map Tiles zum Transportieren eines Protests

Oft nutze ich die Map Tiles von openstreetmap.de anstelle des gewohnten Designs von openstreetmap.org. Sie sind dem Original ähnlich genug um sich sofort zurechtzufinden, bilden aber bestimmte Details besser ab. So sind zum Beispiel „Pfade“ keine rot-gepunkteten, sondern grau-gestrichelte Linien, was einfach harmonischer wirkt.

Heute habe ich auf den Kartenkacheln von openstreetmap.de eine Form des politischen Protests gesehen, die ich so noch nicht kannte: zufällig werden Kacheln mit einem Hinweis auf die Gefahren der geplanten Uploadfilter der EU-Urheberrechtsrichtlinie unter die normalen Kartenkacheln gemischt, so dass die Karte in etwa folgendermaßen aussieht:

Wie ich finde eine sehr gelungene Form auf die Probleme hinzuweisen, die die neue Urheberrechtsrichtlinie potenziell mit sich bringt.

Direkter Link zur Protestseite bei openstreetmap.de.

OpenStreetMap und der Brückeneinsturz in Genua

Die Geschwindigkeit, mit der das OpenStreetMap-Projekt auf aktuelle Ereignisse reagiert ist immer wieder beeindruckend. Kurze Zeit nachdem der Einsturz eines Brückensegments der A10 bei Genua (Italien) bekannt wurde, sind die Kartendaten bereits angepasst:

Die Standard-Karte von OpenStreetMap kurz nach dem Einsturz des Brückensegments (Link, Karte: © OpenStreetMap contributors)

Die Brücke wurde bereits als bridge=collapsed umgetaggt, die Relation der A10 enthält zum aktuellen Zeitpunkt allerdings noch die südliche Fahrbahn:

Die Relation der A10 ist noch teilweise intakt (Link, Karte: © OpenStreetMap contributors)

Kårup Skov MTB-Trails

Ich käme von selbst vermutlich nicht auf die Idee, Dänemark als irgendwie taugliches Mountainbike-Revier einzustufen – die Erfahrungen aus einem Urlaub vor neun Jahren stützen diese Einschätzung. In diesem Jahr bot sich erneut die Möglichkeit für ein paar Tage Aufenthalt in unserem nördlichen Nachbarland und ich hatte gedanklich schon den Crosser eingepackt. Denn dänische Gravel-Feldwege gibt’s zuhauf. Immer mal wieder durch Asphaltsegmente unterbrochen sind diese eigentlich ein super Terrain für das CX-Bike.

Kurz vor der Abfahrt wagte ich noch mal einen Blick auf die Karten der Region um mir schon mal ein paar schöne Strecken zurechtzulegen. Auf der OpenCycleMap stach sofort eine Reihe eingefärbter Wege ins Auge, welche sich bei näherer Betrachtung als drei Mountainbike-Strecken herausstellten:

Kårup Skov Trails auf der OpenCycleMap (Link, Karte: © OpenStreetMap contributors)

Lokale Mountainbiker haben in Zusammenarbeit mit den Forstbehörden irgendwann in den letzten Jahren den Wald bei Kårup auf einigen Kilometern Länge mit Trails versehen, welche nun für die die Allgemeinheit befahrbar sind.

Das klang so interessant, dass ich direkt meine Pläne änderte und das Mountainbike-Hardtail jetzt den Platz des Crossers im Auto einnahm.

Vor Ort zeigte sich dann die ca. 50 Zentimeter breiten Trails in Form von Waldboden, welcher vom losen Zeug befreit wurde. In dieser Eiszeit-geprägten Landschaft kommt darunter hauptsächlich Sand zum Vorschein. Dieser war trotz mehrerer niederschlagsfreier Wochen aber ordentlich fest und bot auch in Kurven ausreichend Grip. An einigen Stellen (Kurven, Wellen) ist grober Kies eingearbeitet, jedoch ohne dass der natürliche Charakter der Trails darunter leidet.

Der Spot bietet drei Trails, welche in den Farben blau, rot und schwarz markiert sind und alle im Uhrzeigersinn befahren werden.

Vom Parkplatz aus startet man direkt in den blauen Trail, welcher relativ eben verläuft und sich auf einer Länge von ca. 4,5 km durch den Wald schlängelt. Höhenmeter gibt’s hier eher wenig, was die Strecke auch für nicht trainierte FahrerInnen fahrbar macht.

Vom blauen Trail zweigen an zwei Stellen die schwarze und die rote Strecke ab, welche zum Einen ein paar Höhenmeter mehr bieten, zum Anderen aber auch etwas mehr Fahrtechnik und Fitness erfordern. Es handelt sich aber auch hierbei um relativ simple CrossCountry-Strecken – wer Enduro-Geballer sucht, wird hier definitiv nicht fündig.

Ein XC-Hardtail ist absolut ausreichend für die Kårup Skov Trails: es gibt nur eine sehr steile aber kurze Rampe auf dem schwarzen Trail, an der man die Füße vom Pedal nehmen und das Bike hochtragen/-schieben muss.

Die drei Trails bieten sinnvolle Kombinationsmöglichkeiten untereinander: es lassen sich alle Strecken fast beliebig kombinieren. Alle drei Trails sind zusammen ca. 11,6 Kilometer lang und bieten gut 300 Höhenmeter. Für das Abfahren der kompletten Strecke (½ blau → schwarz → rot → ½ blau) habe ich ziemlich genau eine Stunde benötigt (der Rekord bei Strava liegt bei knapp 46 Minuten).

Wer in der Nähe ist und sein Bike dabei hat, sollte sich die Kårup Skov Trails auf jeden Fall mal ansehen. Besser wird man wahrscheinlich auf ganz Sjælland nicht Mountainbiken können!