Über Arschlochautofahrer in und um Berlin

Ich habe gestern nach Feierabend das gute Wetter genutzt und mich noch mal für rund 120 Kilometer auf’s Rennrad gesetzt. Meine kleine Feierabendrunde führte mich Richtung Flughafen Schönefeld aus Berlin heraus, ich fuhr dann durch den Landkreis Dahme-Spreewald und den Landkreis Oder-Spree wieder zurück nach Berlin-Köpenick.

Die meisten Touren in dieser Saison führten mich abseits von befahrenen Straßen entlang und ich war den größten Teil der gefahrenen Kilometer auf dem Cyclocross-Rad unterwegs. Der Grund ist, dass man als Teilnehmer des Berliner Straßenverkehrs ganz einfach Freiwild ist oder als solches angesehen wird, sobald man auf dem Fahrrad unterwegs ist. Daher meide ich die Straßen und ziehe ich es normalerweise vor, durch Wälder und über Felder zu fahren. Mein Rennrad habe ich aus diesem Grund überhaupt erst letzte Woche für dieses Jahr fahrtüchtig gemacht.

Gestern durfte ich dann eine ganz erstaunliche Erfahrung machen: die Autofahrer und Autofahrerinnen benehmen sich mitnichten überall so asozial wie in Berlin. Schon kurz hinter der Stadtgrenze wurde ich nahezu ausschließlich mit reichlich seitlichem Abstand überholt, es hupte mich niemand an, weil ich seiner/ihrer Meinung nach zu weit auf der Straße fuhr – und das alles zu einer Tageszeit wo die Leute von ihren Jobs nach Hause fahren und Besseres zu tun haben dürften, als unnötig viel Zeit auf der Straße zu vergeuden.

Das war alles ziemlich beeindruckend.

Es gab natürlich eine Hand voll Ausreißer, die dann doch mal mit 100 km/h bei einem Seitenabstand von 50 cm überholen mussten. Das Erstaunliche daran: das Kennzeichen begann bei allen (!) betreffenden Autos mit einem „B“.

Kann sich jetzt jeder seinen Reim drauf machen. Ich finde es jedenfalls gut, dass man als Radfahrer nicht überall als Verkehrshindernis gilt (oder es einem zumindest nicht permanent aggressiv unter die Nase gerieben wird).

tl;dr Arschlochautofahrer scheinen insbesondere ein Berliner Problem zu sein. In den Landkreisen vor den Toren der Hauptstadt ist man als Rennradfahrer anscheinend deutlich entspannter unterwegs.

Veröffentlicht von

Marcus Jaschen

Ich bin selbstständiger Webentwickler und Systemadministrator und bin unter anderem für MTB-News.de, Europas größte Mountainbike-Website tätig. Meine freie Zeit verbringe ich mit Radsport und Fotografie.